Bauplan-Empfehlung
INTRIGA
Eine mysteriöse Drächin
Der Bauplan zu diesem Drachen ist in
umfangreicherer, detaillierter und überarbeiteter Form im
Drachenmagazin, Ausgabe Mai 98, erschienen; dies ist ein älterer und
ursprünglicher Bauplan, an dem ein paar kleinere Dinge, wie sie im
DraMa-Plan erscheinen, noch nicht berücksichtigt sind.
Den Originalplan aus dem Drama gibt´s hier zum Download
als RTF-Dokument (allerdings ohne Graphiken)
Änderungen und Verbesserungsvorschläge, die sich aus
der Resonanz zu diesem und dem DraMa-Plan ergeben, werden hier
gepostet, sofern verwertbare kommen. Lothar.Meyer,
30.04.1998
Einen schönen INTRIGA-Nachbau gibt´s hier von
Dale Vanderhoof aus Californien
Pläne & Skizzen im
Überblick
Grundplan
Schnittplan
INTRIGA
im Wind Segelspitzen
Segelverspannung
Waage
Erläuterungen :
Entstehungsgeschichte und -hintergrund
Wieso heißt das Ding "INTRIGA"?
wie fliegt das Teil?
Die Drächin ist relativ leicht zu bauen. Es ist beim
hier gewählten Segeldesign
nur eine einzige Schablone nötig, die aus einem gleichschenkligen
Dreieck mit einer Kantenlänge von 62 cm besteht (Man kann natürlich
für die Seitensegel auch eine trapezförmige Schablone verwenden, in
diesem Fall entfällt das Zusammennähen der Seitensegel. Es wäre
allerdings schade, diese Vereinfachung anzuwenden, denn durch die
Verwendung von gleichartigen Dreiecken ergibt sich ein interessantes
Design, das - bei entsprechender Abstufung der Farbtöne - auch einen
dreidimensionalen Effekt hervorruft.). Die Seitenlänge von 62 cm (2
cm Saumzugabe enthalten) ist auf die Standardstablänge von 2 Metern
kalkuliert. Dies hat den Vorteil, daß das (teure) Gestänge nicht
zugeschnitten werden muß und etwa auch in anderen Drachen mit
ähnlichen Dimensionen verwendet werden kann.
Beim Zusammenbau werden die Gummis der oberen
Spreize und an den unteren beiden Eckpunkten gelöst. Dadurch kann
die obere Spreize herausgezogen und der Drachen zusammengelegt
werden.
Materialbedarf (ohne Schwanz)
- ca. 3,6 Meter SpinnackerNylon verschiedene Farben, z.B. Polyant 43 g/104 cm breit
- 3 x 2 Meter 8 mm CFK-Stäbe
- 6 Splitendkappen 8mm
- ca. 80 cm Dacronband für Eckenverstärkungen, 4 cm breit
- ca 2 Meter kräftiges Gummiband
- ca 2 Meter Dacron- oder Saumband, 4 mm
- mindestens 9 Kabelverbinder (eher mehr)
- 3 Aluringe Innendurchmesser 25 mm
- 2 Aluringe 15 mm
- 1 Schnurspanner
- Waageschnur, ca. 150 kp
Arbeitsschritte
- Schablone
anfertigen (gleichseitiges Dreieck mit Kantenlänge 62
cm)
- 13 Dreiecke
aus dem Segeltuch ausschneiden (siehe Schnittplan)
- Für die
"Dreieckssegel": 4 der Dreiecke (=Dreieeckssegel) einmal
rundum säumen. Ein zweites Mal säumen und dabei die
Dacronverstärkungen in den Ecken unter dem Saum festnähen.
Möglichst zugleich die Saumbandschlaufen an den
Eckenverstärkungen festnähen (über Saum/über Dacron: siehe
Skizze).
Die Schlaufen sollten ca. 5 mm unter der Segelspitze
hervorschauen. Die Öse der Schlaufe sollte etwa 7-8 mm
Durchmesser haben (je nach Stärke des verwendeten Gummis).
Das Ganze an allen 12 Ecken wiederholen.
- Für die
"Nebensegel": Je drei der Dreiecke mit einer geschlossenen
Kappnaht vernähen. Dabei berührt die Spitze des mittleren
Dreiecks den Sockel der beiden äußeren Dreiecke. Es ergibt
sich ein Trapez. 3 mal
wiederholen.
- Die drei
Nebensegel einmal rundum säumen, beim zweiten Säumen wie bei
den Dreieckssegeln verfahren (Dacron unter Saum, Saumband
über Saum). Die Näharbeiten am Segel sind damit
abgeschlossen.
- Segel auf dem
Boden ausbreiten und Gestänge in die Zwischenräume legen, so
daß die fertige Form der Drächin erkennbar wird. Die Stäbe
bereits durch die großen Aluringe führen, so daß über jedem
Schnittpunkt der Stäbe ein Ring sitzt. Wenn alles richtig
gemacht wurde, sollten sich jeweils vier Segel an drei
Stellen im Mittelteil mit einem Abstand von rund 6 cm
zueinander (3 cm zum Gestänge) treffen, während an den sechs
Spitzen je zwei Segel aufeinandertreffen.
- Zunächst im
Mittelteil des Gesamtsegels je ca. 30 cm lange Stücke Gummi
durch alle vier Ösen der Segelschlaufen ziehen. Dabei die
Aluringe gemäß Abbildung
berücksichtigen. Mit Kabelverbindern die Enden der Gummis
sichern. Achtung: Die Kabelverbinder noch nicht ganz
zusammenziehen, nur eben so stark, daß das Gummi nicht
herausrutschen kann.
- Dann an den
Spitzen (vorher Splitendkappen aufsetzen) je ein ca. 15 cm
langes Stück Gummi durch die je zwei Ösen und über die
Splitendkappe führen und mit Kabelverbinder sichern. Wenn
das letzte Gummi gespannt wird, sollte der Drachen bereits
grob seine endgültige Form
annehmen.
- Den Drachen
aufrichten und die einzelnen Gummis so verkürzen, daß alle
Segel einigermaßen gleichmäßig zueinander stehen und das
Gesamtsegel unter leichter Spannung steht. Erst dann die
Kabelverbinder kräftig zusammenziehen (bzw. unmittelbar
dahinter das Gummi verknoten und Verbinder entfernen. Beim
Spannen des Segels kann es passieren, daß einzelne Gummis
durch die noch nicht festgezogenen Kabelverbinder rutschen.
In diesem Fall muß ein neuer Kabelverbinder genommen werden,
da die Dinger sich bekanntlich nicht mehr öffnen
lassen).
- Über die obere
Querspreize hinter dem Segel eine Spannschnur ziehen, mit
Schnurspanner befestigen.
- Die Waage
wird einfach an den drei Aluringen, in denen sich das
Gestänge kreuzt, befestigt. Dadurch liegt die Waage recht
tief im Segel, was dazu führt, daß die Drächin auf feinste
Waageveränderungen reagiert. Natürlich könnte man die Waage
auch weiter außerhalb befestigen, allerdings wird dann die
Möglichkeit der Nebensegel, sich unter dem dem Wind
auszuformen, gemindert, was die Flugcharakteristik verändert
(die Dräching wird dadurch ruhiger, was aber durchaus
gewollt sein kann). Es handelt sich um eine Verbundwaage.
Die Waage der Querspreize (insgesamt 360 cm lang) wird aus
einem Stück hergestellt, in der Mitte (bei 180 cm) wird ein
Aluring mit einem Buchtknoten eingehängt. An diesem Aluring
wird die zweite Waageschnur (insgesamt 434 cm) befestigt.
Die Position des zweiten Aluringes, an dem die
Drächinnenleine befestigt wird, befindet sich bei Flug mit
der Spitze nach oben auf der Strecke c1 (138cm). Wird der
Drachen mit der Spitze nach unten geflogen, muß der Ring nur
um ca.20 cm verschoben werden . (c2= ca. 118 cm) bei Flug
mit der Spitze nach unten. Die Waagemaße: b1=296, c1= 138
cm, a= 180 cm (Spitze nach oben), b2= 316, c2= 118 cm, a=180
cm (Spitze nach unten). Insbesondere die Maße der Strecke c
können sich bauartspezifisch sehr leicht ändern.
Es ist ratsam, die Waage aus kräftiger Schnur
anzufertigen, denn je nach Fluglage können beträchtliche Kräfte
auf einem einzelnen Waagestrang wirken. Ich verwende 150
kp-Schnüre.